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Badische Zeitung, 23. Mai 2017

"Sonnencremeküsse" machen Lust auf Sommer

Chor "Mixed Voices" singt beim Konzert in Offnadingen.

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung.
von: Anne Freyer

EHRENKIRCHEN. Der nächste Sommer kommt bestimmt, da ist sich der Chor "Mixed Voices" ganz sicher – wer wollte widersprechen. Nur allzu gern teilten die Gäste beim Jahreskonzert im Gemeindehaus Offnadingen die Vorfreude der Sängerinnen und Sänger auf die warme Jahreszeit. "Sonnencremeküsse" hatten "Mixed Voices" ihr Konzert genannt; bis dieses Lied der Wise Guys zu hören war, gab es jedoch einen bunten Reigen ganz unterschiedlicher Nummern.

Schon der Auftritt des sommerlich gewandeten Chors – von hinten hereinschlendernd und das unsterbliche Sommer-Sehnsuchts-Lied "La Mer" von Charles Trenet summend – signalisierte die Richtung, in die es an diesem Abend gehen sollte: beschwingt, gut gelaunt und durchgängig optimistisch. Casimir Bumiller trug mit seiner unterhaltsamen Moderation wesentlich zu diesem Eindruck bei. Ein unentbehrliches Element des Sommers und seiner Freuden ist das Wasser; ihm und seinen unzähligen und segensreichen Erscheinungsformen widmeten Dirigent Guido Berg und sein Chor ihre Aufmerksamkeit. Los ging’s mit der Hymne an die neue, die bessere Zeit im Zeichen des Wassermanns, verewigt als "Aquarius" in dem Musical "Hair". Das kam frisch und unverbraucht wie zu seiner Entstehungszeit in den 60ern des vorigen Jahrhunderts daher, ebenso wie die drei, allerdings sehr unterschiedlichen, Lieder, die sich mit dem Fluss als Metapher für das Leben beschäftigten: als Friedenssymbol, als Fluchtweg für verfolgte Sklaven und als Treffpunkt für vertrauliche Gespräche, alle drei dem Genre Gospel zugehörig.

Der gemeinsamen Studienzeit mit dem Dirigenten verdankte sich die Mitwirkung der als Flötistin und Lehrerin an der Staufener Jugendmusikschule wirkenden Anna Galow, die mit ihren Instrumentalbeiträgen das Programm bereicherte. So kam der Saal in den Genuss eines Teils der wunderbaren "Wassermusik" von Friedrich Händel, deren Uraufführung bekanntlich 1717 auf dem Wasser, nämlich der Themse, stattfand. Ins Reich der Sagen und Mythen entführte Anna Galow zusammen mit dem Pianisten Carsten Schulz mit der zauberhaften Sonate "Undine", die der deutsche Flötist Carl Reinecke hinterlassen hat, wie gemacht für die zierliche Interpretin, die im zweiten Teil mit zwei weiteren Kompositionen glänzte: Debussys Syrinx (Panflöte) und dem Evergreen "Watermelon Man", frei nach dem Jazzpianisten Herby Hancock.

Hinaus aufs weite Meer entführten "Mixed Voices" gleich mit mehreren Liedern: dem unvergessenen Boogie-Woogie "Sea Cruise", dem durch Rod Stewart zum Klassiker der Achtziger gewordenen "Sailing" und einer Ode auf die "Perfekte Welle", die das Pech hatte, im Jahr des Tsunami (2004) entstanden zu sein und aus Pietätsgründen in der Versenkung verschwand. Nun aber sei es an der Zeit, sie erklingen zu lassen, fand Casimir Bumiller, ebenso wie den von vielen berühmten Interpreten beiderlei Geschlechts performten Bluesklassiker "Stormy Weather". Und auch der Humor, insbesondere der englische, kam nicht zu kurz – mit dem Spottlied auf den "Drunken Sailor", dem Berliner Gassenhauer "In der Bar zum Krokodil" (großartig dargebracht von Gregor Becher) und den titelgebenden "Sonnencremeküssen".

Viel Lob gab es für die weiteren, in Gruppen aufgetretenen Solistinnen und Solisten sowie außer für den Pianisten und die Flötistin für den Sohn des Dirigenten Niklas Berg, der mit seinem Cajon immer wieder diskret für den richtigen Rhythmus gesorgt hatte. Insgesamt fiel angenehm auf, dass vieles fast, manches sogar ganz auswendig gesungen wurde, was sich unmittelbar auf den Ausdruck und den Kontakt des Chors zu Dirigent und Publikum auswirkte. Großer Beifall.


Badische Zeitung von Anne Freyer, 15.06.2016

"Über den Wolken" unterwegs

Der Chor "Mixed Voices" begibt sich in Offnadingen auf eine musikalische Reise durch Länder und Epochen.

Der Auftritt des Septetts war Teil des Konzerts der „Mixed Voices“. Foto: Anne Freyer

EHRENKIRCHEN. Ganz und gar auf Ferien, Ferne, Fliegen eingestellt zeigte sich der Chor "Mixed Voices" bei seinem Konzert im Offnadinger Gemeindehaus. Gleich der erste Beitrag signalisierte, wo das Publikum die nächsten zwei Stunden verbringen sollte: "Über den Wolken".

Mehr als 40 Jahre ist es nun her, dass Reinhard Mey diesen Song auf seinem Album "Wie vor Jahr und Tag" veröffentlichte – ein geradezu prophetischer Titel, denn seit Jahr und Tag hat das Lied nichts von seiner Strahlkraft verloren, wie nun wieder zu erleben war. Und auch alle folgenden Nummern, viele davon aus derselben Zeit, scheinen sich tief ins musikalische Gedächtnis des Publikums eingebrannt zu haben, das sich zu wahren Begeisterungsstürmen hinreißen ließ.

Den Chor und seinen Leiter Guido Berg hatte das Motto "Über den Wolken" zu ungeahnter Kreativität angeregt, und das nicht nur in puncto Gesang. Bereits im Eingangsbereich begrüßten allerhand Reiseutensilien – Koffer, Taschen, Hüte und andere sommerliche Accessoires – den Gast, ebenso vor und auf der Bühne. Da hatte es "Flugkapitän" Casimir Bumiller nicht schwer, seine "Passagiere" in die rechte Ferienstimmung zu versetzen.

Als Ausgangspunkt musste der ewig unvollendete Berliner Flugplatz herhalten, diesmal Schauplatz von An- und Abreisen berühmter Künstler aus dem Bereich Unterhaltung. Dem "Chefpiloten Casimir" gelang es, sie in seiner witzigen Moderation fast leibhaftig lebendig werden zu lassen, worin ihm der Chor allerdings in nichts nachstand, wirkungsvoll unterstützt durch die Instrumente Cajon (Niklas Berg), Klavier (Carsten Schulz) und Saxophon (Holger Rohn).

Sie ließen auch immer mal wieder Glanznummern aus der Abteilung Jazzstandards hören, die das internationale Flair noch glaubhafter machten, etwa die Duke-Ellington-Kompositionen "Take the A train" und "Don’ t get around much anymore" oder "Nature boy" von Eden Ahbez, das durch die Net-King-Cole große Popularität erlangte.

Der Chor selbst zeigte einmal mehr, dass er mit seinem Mut zum Auswendigsingen und verstärkter Stimmbildung den richtigen Weg eingeschlagen hat. Die Damen und Herren erwiesen sich als erstaunlich textsicher und gewannen dadurch, dass sie ihre Aufmerksamkeit hauptsächlich dem Dirigenten zuwenden konnten, enorm an Ausdruckskraft. Die gesteigerte Sangesfreude teilte sich denn auch sofort dem Publikum mit – ein Gewinn für beide Seiten.

Durch die Wahl des Themas waren auch der Fantasie und der Vielfältigkeit in der Auswahl der Stücke keine Grenzen gesetzt. Alles kam gleich überzeugend daher, ob "California dreamin‘" von den unvergesslichen "Mamas and the Papas" aus den 1960er Jahren, ob Orlando di Lassos "O occhi manza mia" aus dem 17. Jahrhundert, in dem er seine Liebe zu einem Mädchen in eine Hommage an ein Kälbchen kleidet – immer fand der Chor den richtigen Ton und Ausdruck.

Je nach Sujet ging es dann auch schon mal sehr bewegt zu bis hin zu einer munteren Choreographie, die die Truppe gehörig, aber ohne Kontrollverlust durcheinanderwirbelte (das Musical "Continental" aus dem Jahr 1934). Den simulierten Flugreisen waren keine Grenzen gesetzt, kreuz und quer ging es nach Paris (Plaisir d ‘amour), Brasilien (Brazil), Schweden ("Lenas Sang" aus dem Film "Wie im Himmel"), nach Ekuador ("Ojos Azules – blaue Augen") England (Paul McCartneys "Blackbird") und, natürlich, Amerika mit seinem reichen Schatz an Evergreens aus Jazz, Rock und Pop.

Aus dem Chor, der sich als außerordentlich homogener Klangkörper erwies, traten immer wieder Solisten mit beachtlichem Stimmmaterial hervor. Casimir Bumiller stellte sie einzeln vor und würdigte so ihre Leistungen: Gregor Becher, Alexandra Kenz, Franziska Mangold, Uschi Rauschgold, Heidrun Schwörer und Heike Wagner. Als fulminante Schlussnummer gab es, eingedenk des "Welttags der kleinen Leute", Randy Newmans "Short People", der allerdings dieses Lied weit weniger freundlich und keinesfalls als Huldigung gemeint hat, als die es nun daherkam. Als Zugabe, stürmisch gefordert vom Publikum, entführte Reinhard Mey noch einmal über die Wolken in die grenzenlose Freiheit.

Badische Zeitung, 12. Mai 2015 von Lara Walter:

Liebesgeschichte führt auch nach Paris

Der Projektchor Mixed Voices aus Ehrenkirchen lud zu seinem Jahreskonzert ein.

Unter der musikalischen Leitung von Guido Berg faszinierte der Mixed Voices Chor mit einem etwas anderen Konzert. Foto: Lara Walter

EHRENKIRCHEN-OFFNADINGEN. Zu einem etwas anderen Chorkonzert lud der Projektchor Mixed Voices aus Ehrenkirchen am Samstag ins Offnadinger Gemeindehaus ein. Ganz nach dem Motto "Ein Frühlingsabend in Paris" wurde die wirre Liebesgeschichte vom Helden Klaus erzählt. Weiße Hemden und rote Ansteckblumen für die Männer, schwarze Kleidung mit roten Akzenten für die Frauen – nicht nur die Outfits der Solistinnen und Solisten waren an diesem Abend perfekt miteinander abgestimmt.

Klaus, der Held der Geschichte, saß mit Partnerin Louise – in Form von Ausstellerpuppen – am Bühnenrand. Zu jedem Lied wurden sie passend gekleidet, auch die Bühne war liebevoll dekoriert. "Für uns ist es das erste Mal, dass wir mit unseren Liedern eine durchgehende Story erzählen", erklärte Guido Berg, Gesangslehrer und seit 15 Jahren Dirigent des Projektchors. Eine Veränderung sei nötig gewesen. Daher sollte eine neue Show mit viel Bewegung geboten werden.

"Klaus hat ein Auge auf Louise geworfen, sie arbeitet in einer Anwaltskanzlei. Er möchte sie beeindrucken und organisiert zwei Karten für das Musical Phantom der Oper", erzählte Casimir Bumiller, der das Publikum durch das Programm führte. Die Originaltitel "Think of me" und "Wishing you were somehow here again" wurden gesungen, doch damit nicht genug: Klaus wollte Louise mit einem flotten Ständchen für sich gewinnen, dafür spielte der amerikanische Austauschschüler Taylor Reutmann ein Stück auf der Oboe. "Louise hat genug von den romantischen Spielchen mit Klaus und organisiert eine Italienreise, um ihre Zukunftsaussichten mit ihm zu prüfen", erzählte Butmiller schmunzelnd. Mit einer beeindruckenden Darbietung des Titels "Insalata Italiana" von Richard Genée wurde das Publikum begeistert. Hubert Weis am Klavier und Niklas Berg am Cajon gaben zusammen mit dem Chor alles. Soloeinlagen und wunderbare Harmonien wurden mit großem Beifall belohnt.

Von Louise zu Doris und über Chantal zurück

Trotz aller Bemühungen fanden Klaus und Louise nicht zueinander. Nach der Italienreise wurde der Held plötzlich auf Doris aufmerksam. Doch auch sie schien nicht die Richtige zu sein, und so wurde das Publikum in die Pause entlassen, in der das Buffet mit französischen Köstlichkeiten gefüllt war. Zurück auf der Bühne war Klaus nach dem ganzen Hin und Her mit den Frauen völlig verzweifelt. Aus einer spontanen Laune heraus fuhr er in die Stadt der Liebe – zu dem Song "Paris" von den Wise Guys.

Guido Berg schlüpfte nun vom Dirigenten in die Rolle des Solisten. Auch die Liebe mit Chantal, die er Klaus in Paris antraf, funktionierte nicht, und so schrie Klaus "Help" (von den Beatles) in all seiner Verzweiflung hinaus. Nach einigen ziellosen Tagen in Paris hörte er dagegen nicht mal mehr die wunderschönen Oboestücke von Taylor Reutmann.

Schnell wurde ihm bewusst, dass Louise doch die Richtige sein muss. Erneut lud er sie zum Musical "Phantom der Oper"ein. Dieses hatte sie schon einmal einander näher gebracht. Endlich schien es zu funktionieren, ihre Verbundenheit schien tiefer zu sein als je zuvor. Mit "Machushla" von Cantabile, "Thank you for the music" von ABBA und einer Zugabe verabschiedete sich der Chor nach einem gefühlvollen und spektakulären Abend.

Badische Zeitung 02. Oktober 2014 von Anne Freyer

Chöre agierten mit ansteckender Begeisterung

Gemeinsam führten die Ensembles Chorioso aus Merzhausen und Mixed Voices aus Ehrenkirchen die Jazzmesse auf.

Die Sänger der Chöre Mixed Voices Ehrenkirchen und Chorioso Merzhausen meisterten das anspruchsvolle Konzert. Foto: Anne Freyer

EHRENKIRCHEN. Ein ganzes Jahr lang, bis August 2015, steht die Orgel der Wallfahrts- und Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt im Mittelpunkt des Interesses. Denn in diesem Jahr wird mit Konzerten gleich ein doppeltes Jubiläum gefeiert: ihre Vollendung vor 200 und ihre gründliche Renovierung vor 100 Jahren. Bei der jüngst aufgeführten Jazzmesse allerdings schwieg die Orgel, jedoch kommt ihr der Erlös aus den Eintrittsgeldern zugute.

Das Wort Messe in des Wortes musikalischer Bedeutung bezeichnet seit dem 14. Jahrhundert die mehrstimmige Vertonung eines festgelegten Ordinariums, beginnend mit Kyrie und endend mit Agnus Dei. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Gattung der Konzertmessen, die so bedeutende Komponisten wie Bach, Beethoven oder Schubert, um nur einige zu nennen, geschaffen haben und die immer wieder in glanzvollen Interpretationen zu hören sind. Johannes Matthias Michel ist einer der zeitgenössischen Kirchenmusiker, die diese Reihe fortführen: zwar mit den tradierten Texten, aber musikalisch in zeitgenössischem Gewand. Guido Berg vereinte nun die von ihm dirigierten Chöre Mixed Voices Ehrenkirchen und Chorioso Merzhausen zu einem großen Klangkörper, der die Jazzmesse an einem der letzten sommerlichen Abende in Kirchhofen aufführte.

Die Sonne schickte ihre letzten Strahlen in das Kirchenschiff und trug so zur festlich-heiteren Atmosphäre bei, die die gesamte Darbietung begleitete. Sichtlich gut gelaunt machten sich die Sänger zusammen mit ihrem Dirigenten und einem dezenten Begleitduo aus Klavier (Hubert Weis) und Schlagzeug (Markus Schneider) ans Werk. Schwungvoll ging es los mit dem Kyrie in heiterem Swing-Rhythmus. Flott kam auch das Gloria daher, gespickt mit kühnen Tonartwechseln, die der vereinte Chor souverän meisterte. Beim Laudamus Te profilierte sich ein ausdrucksstarkes Damen-Septett, das in der Folge, verstärkt durch drei weitere Sänger, noch mehrmals hervortreten sollte. Das verlieh dem Ganzen eine zusätzliche Dynamik, die durch den ansprechenden Wechsel der verschiedenen Rhythmen – etwa von Blues über Ballade zu Swing und Latin – noch verstärkt wurde. Da gab es Passagen im Fünfviertel- und im Dreivierteltakt, Rumba und Samba reinsten Wassers luden zum Schnipsen und Wippen ein. Angereichert hatte der Komponist diese zündenden Jazzstile durch vertrackte Tempo- und Tonartwechsel, die einige Anforderungen an die Interpreten stellten. Dass in den Höhen gelegentlich Unsicherheiten auftraten, wurde wettgemacht durch die Begeisterung und den offensichtlichen Willen des vielköpfigen Chors, dem anspruchsvollen Werk gerecht zu werden, was ihm auch weitgehend gelang. Etwa in der Mitte der Messe hatte Guido Berg, sozusagen zur Entspannung, die Jazz-Motette "The Lord is my Shepherd" aufs Programm gesetzt – da war der Chor ganz bei sich, bevor es mit Sanctus, Benedictus und Osanna bis zum Agnus Dei ging. Das abschließende "Dona Nobis Pacem" (Gib und Frieden)" griff noch einmal die heitere Grundstimmung des Werks auf: kraftvoll, dringlich, aber in eine hoffnungsvolle Zukunft weisend.

Die Jazzmesse ist eines von vielen Werken, in denen sich Johannes Matthias Michel, Jahrgang 1962, geboren in Gaienhofen am Bodensee, mit Inhalten der christlichen Glaubenslehre beschäftigt. Aufsehen erregt hat er bereits mit "Kreuzigung", "Nach uns die Sintflut" und seiner "Musical-Messe". Von ihm dürfte noch viel zu erwarten sein; dass es sich lohnt, sich mit ihm zu beschäftigen, wurde jetzt in Kirchhofen deutlich.

Badische Zeitung, 29.11.2012, Autorin Anne Freyer

Evergreener Liedersalat – ironisch und spritzig

Der Projektchor Mixed Voices aus Ehrenkirchen begeisterte im Gemeindehaus Offnadingen einmal mehr seine Fangemeinde.


Dirigent Guido Berg gab den Takt vor für die Mixed Voices. Foto: Anne Freyer

EHRENKIRCHEN (fry). Immer, wenn die Tage kürzer werden, tritt der Projektchor "Mixed Voices" zusammen, um Licht und Heiterkeit in die Herbststimmung zu bringen. Das gelang ihm auch diesmal wieder bei seinem Auftritt im Gemeindehaus Offnadingen, wo sich eine erwartungsvolle Fangemeinde eingefunden hatte, um dem als "Evergreener Liedersalat" angekündigten Konzert zu lauschen.

"Frech, ironisch, spritzig, romantisch", so die Unterzeile zum Titel des Konzerts. Und tatsächlich gab es von allem etwas. Wie stets erklomm der Chor nicht die Bühne, sondern reihte sich an der Stirnseite des Saales auf, der Vielzahl der Mitglieder und der besseren Verständlichkeit wegen. Das hat sich schon oft bewährt, so auch diesmal. Ihren Auftritt hatten die Sängerinnen und Sänger von der Eingangstür und somit "von hinten her", wozu eine "Bourrée", ursprünglich ein Volkstanz aus der Auvergne und im 17. Jahrhundert zum höfischen Tanz avanciert, den Takt vorgab. Kasimir Bumiller erläuterte dies anschaulich. Dank seiner humorvollen und kenntnisreichen Moderation erfuhr das Publikum immer wieder Wissenswertes, das zum Verständnis der Melodien aus den verschiedenen Epochen und Weltgegenden beitrug.

Mit jugendlichem Schwung kam der Titel "You are a song to me" daher, eine Komposition von Markus Detterbeck und wie für die "Gemischten Stimmen" gemacht. Nach dem getragenen "Time to leave", einem Abschiedslied, das Franziska Mangold als Solistin vortrug, erfreute der Chor sich und seine Zuhörer mit dem Duke-Ellington-Klassiker aus dem Jahr 1944 "I’m beginning to see the light", worin Liebe mit Hitze in Verbindung gebracht wird, an der man sich leicht verbrennen kann.

Kein Chor, der auf sich hält, so Kasimir Bumiller, kommt um die "Wise Guys" herum, jener in Köln beheimateten A-cappella-Männergruppe, die seit zwanzig Jahren landauf landab mit Begeisterung nachgesungen werden. Das ist nicht immer leicht – so auch der Titel des ersten Liedes, denn bei diesen "weisen Kerlen" spielen Melodie und Text eine gleich wichtige Rolle. Da muss man schnell und präzise in der Artikulation sein, und das waren die Mixed Voices denn auch. Als Bassist und damit "Krönung aller Sänger" empfahl sich zur Abwechslung gesanglich Pianist Hubert Weis, der zusammen mit Jürgen Hetze am Cajon den Abend über für die instrumentelle Untermalung besorgte. Der Chor unterstützte ihn mit viel "Uhuhu" und "Duadua", ein oft unterschätzter Part, wie jeder weiß, der einmal in einem Chor den Hintergrund gesungen hat.

Damit konnten die Damen und Herren gleich weitermachen bei dem witzigen Titel "Paris", diesmal mit viel Olala und Gregor Becher als Solist. Sein Reisebericht über die Begegnung mit einer gewissen Chantal in der Stadt der Liebe, erwartungsgemäß mit "Amour" und "toujours" gewürzt, und dem berühmten Ende "Ich werde nass und denk ‚Och nö’" hatte auch in Offnadingen den erwarteten Erfolg, bevor man sich wieder den wohlbekannten und immer wieder gern gehörten Evergreens aus der amerikanischen Swing-Schublade zuwandte: "Chattanooga Choo-Choo" und "Ain’ t she sweet", letzteres allerdings nicht im schnellen Charleston-Takt des Originals, sondern deutlich verlangsamt, was das Tanzen in diesem Rhythmus erschwert, wenn nicht gar unmöglich gemacht hätte.

Ein Glücksgriff und von ganz eigenem Charme waren die vertonten Kurzgedichte des unvergessenen Dichters Ringelnatz. J. M. Michel verdanken sich die kleinen, feinen Melodien zu der Poesie dieses "kindlichen Gemüts", wie Kasimir Bumiller treffend anmerkte, der gleich auch des Dichters tragisches Leben würdigte. Der "Bumerang" als Walzer, die "Briefmarke" als Blues, die "Logik" als sinnlicher Tango und die "Wanderameisen" als Shanty – das passte wunderbar. Noch einmal glänzte Gregor Becher mit seinem hellen Tenor in dem "Eintagshit von 1985" (Bumiller) "Caravan of Love", einer Aufforderung im Gospelstil, sich der "Karawane der Liebe" anzuschließen. Zum Träumen auch die Interpretation von "Lenas Song" aus dem Film "Wie im Himmel" und der 1967 für Louis Armstrong geschriebene und von ihm so einzigartig interpretierte Song "What a wonderful world", hier noch einmal nachgesungen von Hubert Weis. Ganz im Sinne des Mottos gab es zum Abschluss den "Entertainer", Titelmelodie des Films "Bonnie and Clyde", und Glenn Millers "In the Mood", verstärkt durch das Damenquintett Eike Kramer, Franziska Mangold, Heidrun Schwörer, Alexandra Kenz und Bettina Meisner.

Badische Zeitung, 22.06.2012, Autor Hans Jürgen Kugler

Zwei Chöre, ein Projekt

Mixed Voices und Chorioso präsentierten in Merzhausen die Jazzmesse / Wiederholung am 8. Juli.

Bild: Chorleiter Guido Berg dirigiert den Projektchor Mixed Voices und Chorioso in der „Jazzmesse“ von Johannes Matthias Michel. Foto: Hans Jürgen Kugler

MERZHAUSEN. Eine nicht ganz alltägliche Messvertonung stand in Merzhausen in der evangelischen Kirche auf dem Programm: Die "Jazzmesse" des Mannheimer Kirchenmusikdirektors Johannes Matthias Michel. In dieser formal an traditionellen Messvertonungen angelehnten Komposition gewinnt der gemeinhin als antiquiert geltende lateinische Messetext durch die Einbettung in eine für den traditionellen Jazz typische musikalische Sprache eine zeitgemäße Interpretation.

Um dem monumentalen Werk akustisch das nötige Gewicht verleihen zu können, hatte Chorleiter Guido Berg die gemischten Chöre Mixed Voices aus Ehrenkirchen und Chorioso aus Merzhausen zu einem gemeinsamen Chorprojekt zusammengeführt. Mit dem Pianisten Cornelius Mack, dem Kontrabassisten Lorenz Stiegeler und Anthony Greminger am Schlagzeug sorgte ein bestens eingespieltes Jazztrio für eine mitreißende instrumentale Begleitung.

Schon die Anrufung im einleitenden Kyrie stellte mit swingender Nonchalance klar, dass es ganz von dieser Welt sein will. Im schwungvollen Gloria setzen Komponist und Interpreten auf den Punkt genau an den entsprechenden Textstellen ("et in terra pax …") einige retardierende Elemente, doch das Instrumentaltrio sorgt gleich wieder für Tempo, das in der folgenden Lobpreisung "Laudamus Te" durch ein nachdenkliches Klavierintro gleich wieder ausgebremst wird. Überhaupt lebt die Komposition von ihren starken Kontrasten in Tempo, Dynamik und der musikalischen Stilistik. Als Beispiel sei das Gratias genannt, das im imitatorischen mehrstimmigen Satz ganz klassisch einsetzt, ehe durch rhythmisches Fingerschnipsen gleich wieder die swingende Harmonik des Jazz weitergeführt wird.

Der kühnste Satz des Werkes aber ist das Sanctus. Das Trio gibt einen vertrackten, an "Take Five" erinnernden Rhythmus vor; Chor und Solisten halten mit eher statisch deklamierender Rezitation unbeirrt dagegen, was in der Folge geradezu knisternde Spannung erzeugt. Diesem hochkomplexen Satz folgte ein entspanntes Benedictus, dem ein akzentuiertes Hosianna-Stakkato entgegengesetzt wird. Der mit Rezitativ bezeichnete nachfolgende Satz führt mit dadaistischen Lautspielereien jedwede allzu buchstabengetreue Exegese ad absurdum.

Nach Pater Noster und Agnus Dei mahnt das Piano mit markanten Einwürfen zur abschließenden Bitte um Frieden, das Werk verklingt in entspannter Ruhe.

Das einfühlsame und präzise Dirigat von Guido Berg formte im Einklang mit den stimmlich ausgezeichnet geschulten Sängerinnen und Sängern einen homogenen und gleichwohl differenzierten Chorklang. Dem gesamten Ensemble gebührt das Verdienst, ein rhythmisch und harmonisch anspruchsvolles Werk erstklassig und auf spannende Weise auf die Bühne gebracht zu haben.

Die Jazzmesse wird vom Projektchor erneut am 8. Juli um 19 Uhr in der Wallfahrtskirche Kirchhofen aufgeführt.

Badische Zeitung 18.10.2011, Autor Michael Saurer

Gute Laune zum Geburtstag

Ehrenkirchener Projektchor Mixed Voices feierte 10-jähriges Bestehen mit Konzert und Buffet.

EHRENKIRCHEN-OFFNADINGEN. Rockklassiker, Musicalmelodien, Latinohits – mit einem bunten Programm und einer guten Portion Humor beging der Ehrenkirchener Projektchor Mixed Voices seinen zehnten Geburtstag. Die gute Laune der gut 40 Sänger übertrug sich auch auf das Publikum im ausverkauften Offnadinger Gemeindehaus.

Da konnte auch eine kleine Panne zu Beginn der Veranstaltung die gute Stimmung nicht trüben. Kurzfristig improvisieren musste Chorleiter Guido Berg in der ersten Hälfte des Konzerts. Der eigens für das Konzert engagierte Pianist Bernhard Moncado steckte im Stau auf der A5 fest und kam erst mit anderthalbstündiger Verspätung in der zweiten Hälfte der Veranstaltung hinzu. Aber kein Problem für Guido Berg, der kurzerhand selber in die Tasten griff und das so gut machte, dass das Programm fast ohne Abstriche vorgetragen werden konnte. Zudem sollte ja auch nicht der Pianist, sondern die gut 40 Sängerinnen und Sänger des Projektchors im Vordergrund stehen, der in diesem Jahr seinen zehnten Geburtstag feiert.

2001 ist die Formation entstanden, damals noch als Teil des Ehrenkirchener Männergesangs-vereins Liederkranz. Da der Chor mit seinen musikalischen Vorlieben aber nicht so recht in das eher traditionelle Repertoire des Männerchors passte, ging er schon nach zwei Jahren wieder eigene Wege und besteht seither als Projektchor ohne feste Vereinsstrukturen. Seit seinem Entstehen kümmert sich Guido Berg um die Sängerinnen und Sänger, von denen der weibliche Anteil bei über zwei Dritteln liegt. Auch wenn es in der Vergangenheit mal ein Konzert mit deutschsprachiger Literatur gab, liegt der Schwerpunkt doch auf internationalen Titeln. Englisch, Italienisch, Spanisch – bei fremden Sprachen kennen die Sänger keine Berührungsängste. Was sie bei ihrem Geburtstagskonzert auch unter Beweis stellten.

Gleich der erste Titel "Insalata Italiana" war eine humorvolle Parodie auf italienische Arien. "Forte, Fortissimo, Crescendo, Decrescenco", lautete ungefähr der Text. "Eine Oper ist ja eigentlich eine todernste Angelegenheit, aber hier darf auch mal gelacht werden", kommentierte Casimir Bumiller, der als Moderator äußerst humorvoll durch das Programm des Abends führte. Romantischer ging es beim zweiten Titel weiter. "O occhi manza mia", bedeutet übersetzt so viel wie: Oh, mein Kalbsäugchen. "Sagen Sie das mal zu ihrer Partnerin", meinte Bumiller verschmitzt und sorgte wieder einmal für Lacher im Publikum.

Die ausgelassene Stimmung konnten auch die eher melancholischen Stücke wie Eric Claptons "Tears in Heaven" oder der Jazz-Klassiker "Autumn Leaves" nicht drücken, zumal dazwischen der Tenor Gregor Becher als Solist mit Randy Newmans "Short people" für allgemeine Heiterkeit sorgte. Mit dem Cancan aus Orpheus in der Unterwelt und einem Medley beliebter Melodien von Frank Sinatra endete der erste Teil.

Nach der Pause war zur Erleichterung von Guido Berg dann auch der Pianist eingetroffen. "Ich kann nur sagen, mit der Flugbereitschaft der Bundeswehr wäre das nicht passiert", empfahl Bumiller eine Option für weitere Konzerte und sorgte für weitere Lacher. Musicals waren der große Oberbegriff über dem zweiten Teil des Jubiläumskonzerts. Von der Westside-Story, über ein witziges Arrangement aus Grease, bei dem Franziska Mangold und Gregor Becher als Duett brillierten, ging es bis zum Phantom der Oper und dem Little Shop of Horrors. "Wir wollten einfach ein buntes Potpourri aus unserem Programm der vergangenen zehn Jahre präsentieren", so Berg.

Bunt war auch das umfangreiche Buffet, das die Sängerinnen und Sänger im Foyer des Gemeindehauses zubereitet hatten. "Bei einem zehnten Geburtstag muss man ja schon etwas bieten", meinte Casimir Bumiller. "Allerdings muss man auch zugeben, bei einem zehnjährigen Jubiläum kann ja manch Sänger aus einem Männergesangsverein nur lachen, die sind ja oft hundert Jahre oder noch älter. Für uns sind zehn Jahre aber schon eine ganze Menge. Wenngleich man sagen muss, dass wir in dieser Zeit nur um durchschnittlich fünf Jahre gealtert sind."

Am Ende des fast dreistündigen Programms wurden für besondere Verdienste ausgezeichnet: Uli Eck (Kasse), Eike Kramer (Website), Alexandra Kenz (PR), Heike Dischinger (Organisation), Norbert Stolz (Organisation), Susanne Eck (Team-Organisation), Casimir Bumiller (Moderation) und Jasmin Adam-Gutmann (Schriftführerin).

Badische Zeitung, 13.07.2010

Konzert ohne "arktische Akzente"

Trotz Hitze und Fußball-WM kamen zahlreiche Zuhörer zum Chorkonzert von "Mixed Voices" nach Offnadingen.

EHRENKIRCHEN. Sommerliche Klänge bei wahrhaft tropischen Temperaturen erwarteten die Zuhörer, die trotz des entscheidenden WM-Spiels am Samstag zahlreich zum Chorkonzert von "Mixed Voices" ins Gemeindehaus Offnadingen gekommen waren.

Nicht nur stimmlich, sondern auch räumlich getrennt zogen der Herren- und Damenchor zu "Sing with us" in das Gemeindehaus Offnadingen ein. "Hätten wir gewusst, dass wir unser Sommerkonzert ausgerechnet am heißesten Tag des Jahres aufführen, hätten wir noch ein paar arktische Akzente gesetzt", so Moderator Casimir Bumiller. So stand eher zu befürchten, dass "Mixed Voices" unter der Leitung von Guido Berg mit seinem Programm "S(w)ingt" dem Publikum noch mehr einheizt.

Eher swinguntypisch setzten die Sänger und Sängerinnen den Abend mit drei Liebesliedern der Spätrenaissance fort: "Mit Lieb bin ich umfangen" von Johann Steuerlein, "Come again" von John Dowland und "April is in my mistress face" von Thomas Morley. "Aber die Lieder der Spätrenaissance waren sozusagen der Swing ihrer Zeit und haben selbst die aktuelle Popmusik beeinflusst", wie Moderator Bumiller erklärte. Nach diesem Ausflug in die musikalische Vergangenheit dann ein Zeitsprung bis (fast) in die Gegenwart. Von den Beatles präsentierte der Chor "I'll follow the sun" und "Michelle"; von den Solisten Franziska Mangold (Sopran), Rita Steiert (Alt) und Gregor Becher (Tenor) mit zartem Schmelz hinreißend dargeboten. Leichtes Fernweh kam bei zwei Liedern über Paris auf, und mit Ennio Morricones "Nella Fantasia" aus dem Film "Mission" ging es gar ins ferne Südamerika. Mit Melodien aus dem Musical "The Continental" kam dann der Swing zu seinem Recht.

Gleich nach der Pause war Audience participation angesagt. Chorleiter Guido Berg verwies auf den im Programm abgedruckten Kanon "Singen macht Spaß", teilte das Publikum umgehend in drei Blöcke auf und gab schließlich die Einsätze – zur professionellen Begleitung von "Mixed Voices", versteht sich. Die bewiesen dann mit einem Potpourri von Sinatra-Liedern sowie den Titeln "My Treasure", "All of me" und "I do like to be the seaside" ihr überragendes sängerisches Niveau.

Dem nunmehr siebzigjährigen Ex-Beatle Ringo Starr wurde augenzwinkernd mit "When I'm sixty-four" gehuldigt und für die Cineasten gab es Melodien aus dem schrägen Grusel-Musical "Little Shop of Horrors". Als Zugabe präsentierte der Chor eine eigenwillige Version des berühmten Can-Can aus Jacques Offenbachs "Orpheus in der Unterwelt" - sinnigerweise mit einem Text unterlegt, bei dem die bekanntesten U-Bahn-Stationen Londons aufgezählt werden.

Die Sängerinnen und Sänger wurden professionell und stilsicher von Bernhard Moncado am Klavier begleitet und Jürgen Hentze bewies am sogenannten Cajon, "dem kleinsten Schlagzeug der Welt", dass in einer kleinen Holzkiste ein komplettes Drum-Set stecken kann.

Badische Zeitung,10. Juli 2009
Autor: Anne Freyer

Bunte Schals, verwegene Krawatten

EHRENKIRCHEN-OFFNADINGEN. "Fast unser zweites Zuhause" nannte Casimir Bumiller in seiner Begrüßung den Schauplatz des neuesten Konzerts von "Mixed Voices", den Saal im Offnadinger Gemeindehaus. Entsprechende Heimspielstimmung herrschte denn auch bei den zahlreich herbeigeströmten Fans. Sie erlebten einen abwechslungsreichen Abend mit vielen bekannten Melodien.

Bunte Schals auf dem kleinen Schwarzen der Damen und verwegene Krawatten bei den Herren deuteten es bereits an: Man wollte unterhalten. Nicht zuletzt die launigen Ansagen von Casimir Bumiller trugen dazu bei, das Publikum in die richtige Stimmung zu bringen. So erinnerte er daran, dass sich im Entstehungsjahr des unsterblichen Lennon-McCartney-Liedes "When I'm sixty-four", 1967, die Beatles und ihr damaliges Publikum in den sorglosen Zwanzigern und heute genau in dem Alter befinden, das ihnen damals so fern schien. Als Begleiter durch ein Erwachsenenleben weckte ebenso "With a little help from my friends" Erinnerungen, dargebracht von Franziska Mangold und Eike Kramer im Duett. Viel vorgenommen hatten sie sich auch mit dem vergleichsweise selten zu hörenden "In My Life", von Paul McCartney und John Lennon gemeinsam im zarten Alter von 17 Jahren geschrieben.

Interessantes wusste Casimir Bumiller über das zum Hit mutierte Zulu-Lied "The Lion sleeps tonight" zu berichten. So wies er darauf hin, dass es sich eigentlich um einen politisch motivierten Song handelte, der die Hoffnung auf die Befreiung und das Wirken des Anführers dieser afrikanischen Volksgruppe ausdrückte. Dankenswert einfach und volksliedhaft intonierte der Chor dieses Lied. Michael Steiert lieferte eine einfühlsame Begleitung auf den Bongos und hatte hier seinen ersten großen Aufritt. Als sensibler Interpret erwies sich auch Gregor Becher mit seiner Interpretation des bekannten "Love is a many splendored thing", nicht nur für ältere Cineasten untrennbar mit dem Filmklassiker "High Noon" verbunden. Und der Chor weckte weiterhin vom Film unauslöschlich geprägte Bilder mit seiner englischen Version des aus dem Dschungelbuch bekannten Songs des Bären Balu.

Einen der ganz Großen der Filmmusik insgesamt, Ennio Morricone, ehrte er mit dem (italienisch gesungenen, Respekt!) "Nella Fantasia", einem fast hymnischen Bekenntnis zu einer besseren Welt – leider nur in der Fantasie. Ergriffener Applaus auch für die ruhige Ballade, die der sonst für harten Rock stehende Eric Clapton auf seinen vierjährig verstorbenen Sohn geschaffen hat.

Nach dem "Duell in der Sonne" genannten Zwischenspiel von Dirigent Guido Berg und Christine Uhlir zog das Tempo noch einmal richtig an: Die legendäre Gruppe Queen kam mit einem Medley zu Ehren. Da gab es allerhand mitzuklatschen und zu -summen, ob bei "We are the Champions", "Another one bites the dust" oder "Galileo".

Eher an J. R. Ewing und weniger an Sombreros erinnerten die Hüte, die sich die männlichen Chormitglieder für den zweiten Teil des Abends aufgesetzt hatten, aber immerhin, sie waren aus Stroh. Denn jetzt wurde es südamerikanisch, ein nicht ganz risikoloses Unternehmen für eine mitteleuropäische Truppe. Nach dem Klassiker "Brazil" gab es das ebenfalls sehr bekannte "Guantanamera" als Erinnerung an das einfache Mädchen aus Guantanamo, in jüngerer Vergangenheit zu zweifelhafter Popularität gelangt, rätselhafterweise in wesentlich flotterem Tempo als im Original; langsamer wäre leichter zu singen gewesen und sauberer rübergekommen. Sehr hübsch die "One Note Samba", von Manfred Krug, diesmal als Jazzsänger, ins Deutsche übertragen und angenehm intoniert von Tenor Gregor Becher.

Beifall von Chor und Saal gab es für Guido Bergs Klaviersolo des wunderbaren "Desafinado" ("Verstimmt"), worin ein junger Mann seine Unzulänglichkeit und die Perfektion seiner Angebeteten besingt, bevor sich Franziska Mangold und Eike Kramer an ein Stück wagten, das bereits zu seiner Entstehungszeit als uninterpretierbar galt: "Begin the Beguine", eine stimmlich sehr anspruchsvolle Rumba von Cole Porter, die ihre Spannung aus winzigen Verzögerungen bezieht – hier leider nicht hörbar.

Bei den Zugaben, darunter das titelgebende "Nella Fantasia", taten die Sänger das, was man sich immer mal wieder gewünscht hätte: Sie sangen relativ frei und hielten den Blick nur noch gelegentlich aufs Notenblatt gesenkt.

Autor: Anne Freyer

Badische Zeitung, 03.11.2008

Von klingenden Gläsern und Ameisen mit Fernweh

EHRENKIRCHEN-NORSINGEN (fry). Eine "Musikalische Reise durch Europa" unternahm der Männergesangverein (MGV) Norsingen e. V. bei seinem Herbstkonzert zusammen mit seinen Gästen. Aus Zunzingen und Au waren die jeweiligen Männergesangvereine gekommen, dazu der Projektchor Ehrenkirchen "Mixed Voices", der Sänger aus der ganzen Region in seinen Reihen hat.

Die musikalische Begrüßung durch den MGV 1876 Norsingen, dirigiert von Ruben Viertel, mit dem "Frohen Sängermarsch" und dem bekannten "Aus der Traube in die Tonne" stimmte den Saal auf einen festlichen Abend ein, in dessen Verlauf noch so manches Loblied auf den Wein gesungen wurde. Gleich zu Beginn ihres Auftritts intonierte der MGV Zunzingen mit "Hört der Gläser Kling und Klang" eine solche Hommage an den Rebensaft. Dirigent Horst K. Nonnenmacher kann sich über ein Stimmmaterial freuen, das sich auch den höchsten Anforderungen spielend gewachsen zeigt. Der fröhliche Schwung, mit dem der Chor seine Lieder anging, übertrug sich mühelos auf den Saal, etwa mit dem vollmundig beginnenden und kleinlaut endenden Lied "Sieben Mädchen", dem rhythmussicher gebrachten "Tokayerblut" und dem Klassiker "Im Abendrot" von Franz Schubert. Die Zugabe "Über den Wolken" rundete den Auftritt ab.

Nicht minder schwungvoll präsentierte sich der Projektchor Ehrenkirchen "Mixed Voices", stark an Mitgliederzahl und Stimmgewalt. Dirigent Guido Berg ließ seine muntere Truppe zunächst zwei Beatles-Songs singen, "Can’t buy me love" in etwas vom Original abweichenden Arrangement, aber auch so sehr reizvoll, und "My Treasure", vom Chorleiter selbst neu arrangiert. Hier glänzte Gregor Becher mit einem Tenorsolo, das ihn als einfühlsamen Interpreten auswies und mit Recht stürmischen Beifall auslöste. Und dann ging es los mit den vertonten Ringelnatz-Gedichten, die fast als Markenzeichen für den Chor bezeichnet werden können, launig anmoderiert von Casimir Bumiller und charmant umgesetzt: die Geschichte vom "männlichen Briefmark" als Blues, das "Suaheli-Schnurrbarthaar" als Tango und die fernwehkranken "Ameisen" als klassische Kantate. Hermann Krieg, Norsingens Ortsvorsteher und aktiver Sänger, rundete diese Huldigung an Ringelnatz mit der Lesung weiterer Gedichte ab.

Die Gäste aus dem Hexental, die"Sängerrunde Au e. V.", mit ihrem Leiter Richard Klein am Klavier zeigten sich und das deutsche Liedgut von der eher getragenen Seite mit Mendelssohn-Bartholdys Betrachtung über das Wandern, als Allegorie auf das Leben an sich gestaltet, und über die Abfolge der Jahreszeiten am Beispiel eines Baums. Großen Beifall gab es für den "Ungarischen Tanz Nr. 6" von Johannes Brahms, der seine zündende Wirkung auch in Norsingen nicht verfehlte. Den Abschluss und Höhepunkt bildete der Evergreen "Mein kleiner grüner Kaktus", auf den sich nicht wenige gefreut hatten, so Aus Bürgermeister Jörg Kindel.

Als verwegene Seeleute – hemdsärmelig und mit frechen Halstüchern ausstaffiert – trat schließlich der MGV Norsingen vor sein Publikum, denn das Thema lautete: "Shanties", also Seemannslieder in Englisch, Hoch- und sogar Plattdeutsch. Das hat Tradition beim Chor, wie der frühere Dirigent Konrad Ulrich in seiner Moderation erläuterte, und entsprechend hingebungsvoll sangen die "Matrosen" denn auch vom "Hamburger Veermaster", von Hein, der abends auf dem Schifferklavier spielt, und den Damen im Hafen mit "Good night ladies". Das Publikum ließ keinen der Chöre ohne Zugabe von der Bühne.

Badische Zeitung vom Mittwoch, 9. Juli 2008

"Und am Ende klingt es toll"

Der Chor Mixed Voices hatte zu seinem ersten Sommerkonzert unter dem Titel "Insalata Italiana" nach Offnadingen eingeladen

Von unserer Mitarbeiterin Katharina Kunz

EHRENKIRCHEN. Italien ist für viele Deutsche der Inbegriff des Sommerurlaubs. Der Chor Mixed Voices hätte für sein erstes Sommerkonzert "Insalata Italiana" kaum ein passenderes Thema finden können. Gekleidet in den Farben der italienischen Fahne, mit Sonnenbrillen und Strohhüten verwöhnte der Chor das Publikum mit Operngesängen, Theatralik und leichtem italienischen Lebensgefühl. Selbst die Temperaturen im Gemeindehaus Offnadingen verbreiteten südländische Atmosphäre.

Das Bezaubernde an italienischen Liedern ist die melodische Sprache. "Sie fliegt dahin, weil alle Wörter miteinander verbunden werden" , schwärmte Chor leiter Guido Berg. Für die Sänger war es manchmal aber gar nicht so einfach, die fremden Texte zu verstehen geschweige denn zu singen. "Denn es gibt auch Bayern unter den Italienern" , gesteht Berg. "Manche Formulierungen in sizilianischem Dialekt kann man nicht mit Hilfe des Wörterbuchs übersetzen" , erzählte Casimir Bumiller, der die Gäste im Namen des Chores begrüßte. Viel Zeit habe es den Chor gekostet, sich mit der Sprache und den Texten auseinanderzusetzen. Man müsse aber nicht alles wörtlich übersetzen, so Bumiller. "Ich muss wissen, worum es geht, damit ich die Stimmung des Liedes richtig rüberbringen kann."

Der erste Teil des Konzertes war geprägt durch mehrstimmige Stücke aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Gleich das erste "O Occhi, Manza Mia" war ein typisch italienisches Liebeslied. "Meine Liebe, schau mich an und so weiter. Sie wissen ja, darum geht es meistens", fasste Berg lächelnd zusammen. Bei solchen herzzerreißenden Melodien muss man auch nicht alles verstehen.

Lustiger ging es bei den Opernchören von Rossini zu. Bei "Duetto buffo di due gatti" — dem komischen Duett zweier Katzen — besteht der Text nur aus jammerndem oder neckischem Miauen. Die Solisten Franziska Mangold (Sopran) und Gregor Becher (Tenor) sangen das Zwiegespräch zwischen Katze und Kater sehr überzeugend und mit viel Witz.

Für die Sänger gab es bei der Ouvertüre "Der Barbier von Sevilla" eine kurze Verschnaufpause. Vierhändig spielten Guido Berg und Christina Uhlir das Stück auf dem Klavier. Das Publikum lauschte voll Begeisterung und verfiel danach in nicht enden wollenden Applaus für diese großartige Leistung. Als Einstimmung auf die kulinarischen Leckereien in der Konzertpause präsentierte der Chor die "Insalata Italiana" von Richard Genée. In der Parodie auf eine Opernszene war alles enthalten, was eine richtige Oper ausmacht: sanfte Melodien, leichtes Spiel, Blasmusik, Theatralik bis hin zur "Beschleunigung des Tempos ohne Gewähr auf ein geordnetes Ende".
Bekannte "italienische Ohrwürmer" erklangen dann im zweiten Teil des Abends. Liebeslieder, verrückte Geschichten und Klassiker zum Mitsingen wie "Volare" und "Quando" versetzten das Publikum endgültig in Ferienstimmung.

Trotzdem wurde der musikalisch hohe Anspruch beibehalten. Gregor Becher übernahm in "L’ultima canzone" die Rolle des Liebhabers und besang seine Verflossene Nina in den höchsten Tönen. Die Erleichterung über das Gelingen des Solo-Auftritts stand ihm beim Applaus ins Gesicht geschrieben.

Dass Chorleiter Berg einen hohen Anspruch an seine Sänger stellt, zeigte sich nicht nur bei den Solisten. "Nach neun Jahren, die wir jetzt gemeinsam singen, werden die Stücke immer schwieriger und anspruchsvoller", bestätigt Bumiller. "In den einzelnen Proben hört es sich manchmal seltsam zusammenhanglos an. Da kommen dem ein oder anderen schon mal Zweifel. Aber das ist Teil des Konzepts und am Ende klingt es toll." Das konnten die Anwesenden nur bestätigen und forderten lautstark eine Zugabe.

Reblandkurier 02. Januar 2008
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Badische Zeitung vom Donnerstag, 29. November 2007

Muntere Musik vertreibt die Möhlin-Melancholie

Chor "Mixed Voices" gibt gelungenes Konzert in Offnadingen / Repertoire reicht vom Volkslied bis zum Swing-Klassiker

Von unserer Mitarbeiterin Anne Freyer

EHRENKIRCHEN. Das Konzert des Chors "Mixed Voices" mit Sitz in Ehrenkirchen machte es möglich: Ein Wiedersehen feierten im Gemeindehaus Offnadingen Freunde und Fans des Chores. So kam zum Genuss des breit gefächerten Programms ein gesellschaftlicher Aspekt, der manchen Besucher angenehm überraschte. In Rot und Schwarz präsentierten sich die Sänger auch in Offnadingen, diesmal mit dem Schwerpunktthema "Liebe" oder "Mit Lieb bin ich umfangen".

Bis dieser Klassiker zu Gehör gebracht wurde, ging es allerdings schwungvoll los mit dem katalanischen Volkslied "El ball de Sant Ferriol", einer heiteren Weise, die sich bis auf die Sprache nicht wesentlich von ähnlichen europäischen Volksliedern unterscheidet. Eine größere Herausforderung stellte da ein Bolero aus Sevilla dar, vom Chor authentisch umgesetzt, der nicht einmal die Kastagnetten vermissen ließ, denn Michael Steiert am Schlagzeug wusste diesen typischen Begleitklang spanischen und insbesondere andalusischen Liedguts überzeugend zu simulieren.

"Wir haben keine Kosten und Mühen gescheut, um unsere ausgewählten Lieder in der Originalsprache, und sei sie noch so fremd, zu singen, sogar in Schwyzerdütsch", ließ Chormitglied Casimir Bumiller aus Bollschweil das Publikum in seiner humorvollen Ansage wissen. Er wünschte den Zuhörern, dass sie genau so viel Freude am Dargebrachten empfinden mögen wie die Sänger selbst, denn "Gesang ist ein Labsal für Leib und Seele und hat eine geradezu heilsame Wirkung" , und das nicht nur zur Bewältigung der "berühmten jahreszeitlich bedingten Möhlin-Melancholie".

Als bevorzugte Sprache erwies sich im weiteren Verlauf das Englische, das in der Tat Chören, insbesondere gemischten, eine Fülle an Ausdrucksmöglichkeiten bietet. Ganz zu Hause war "Mixed Voices" im traditionellen englischen Volkslied. In zwei Beispielen von der Britischen Insel — "Early one Morning" und "Drink to me only" — entfaltete sich unter der kundigen Stabführung durch den Dirigenten Guido Berg eine ungeahnte Vielfalt an zarten romantischen Andeutungen. Mehr zur Sache ging es in einem Tanzlied aus Irland, "The Star of the County Down", worin ein junger Mann ein Mädchen besingt. Als Einstimmung auf zwei unerwartet barock wirkende Lieder von Anton Dvorak — "Das Seidenband" und "Bestimmung" — intonierten Chorleiter Guido Berg und Pianistin Christine Uhlir vierhändig auf dem Klavier Robert Schumanns "Bilder aus dem Osten". Sehr harmonisch aufeinander abgestimmt bewältigten Franziska Mangold mit einem fast knabenhaft reinen Sopran und Gregor Becher, Tenor, die Soli in diesen osteuropäisch geprägten Tonwerken. Sicher und überzeugend in allen Stimmlagen erklangen das titelgebende "Mit Lieb bin ich umfangen" und das bekannte "Wach auf meins Herzens Schöne" von Brahms, bevor sich Dirigent und Chor endgültig dem angelsächsischen Repertoire, auch aus dem Pop- und Soul-Bereich, zuwandten.

Es erklangen "Bridge over troubled Water" und "Sailing", dazu das durch Annie Lennox populär gewordene "A Whiter Shade of Pale" und aus der Abteilung "Jazz und Soul" das von M. Porschner neu arrangierte "Mercy, Mercy, Mercy". Hier hatte Casimir Bumiller als Bariton seinen Soloauftritt, den er tapfer bewältigte. Von hohem Wiedererkennungswert auch die "Autumn Leaves" und das schwungvolle "I’m Walking", das bewies: Swing macht Spaß. Ein Frank-Sinatra-Medley bildete den Abschluss des Konzertes, mit dem es aber noch lange nicht sein Bewenden hatte: Das Publikum forderte Zugaben, die ihm auch gewährt wurden.


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Badische Zeitung vom Samstag, 25. November 2006

Mozart und Rossini, die Beatles und Abba

Chor "Mixed Voices" hat Klassik und Pop im Programm

Von unserer Mitarbeiterin Svenja Frank

EHRENKIRCHEN-OFFNADINGEN. Gibt der Chor nun gleich tatsächlich ein Konzert oder macht er seinen Jahresausflug? Tonsilben summend und trällernd wie bei einer Wanderung ins Grüne betreten die zirka 30 Sänger von "Mixed Voices" die Bühne und entscheiden sich dann doch, die nächsten zweieinhalb Stunden im Offnadinger Gemeindehaus Offnadingen zu verweilen. "Classic meets Pop" lautete das Motto zum Jahreskonzert des Ehrenkirchener Chores.

"Classic meets Pop" heißt das Motto des heutigen Abends: Es gilt nachzuweisen, dass Klassik auch populär sein kann", erklärt Guido Berg, der Leiter des Chores "Mixed Voices" zu Beginn dem Publikum. Und so begann der Abend auch gleich mit einer rein instrumentalen Swingversion der Eurovisions-Melodie mit Barbara Heidtmann an der Altblockflöte, Yvonne Weik an der Querflöte und Destine Traute am Violoncello. Mit dem Stück "Mit Lieb bin ich umfangen" zeigte "Mixed Voices" mit welch vollem, kräftigen Klang der Chor sein Publikum an diesem Abend durch sämtliche Stile der Musikgeschichte führen würde. Die erste Konzerthälfte war noch überwiegend klassischen Stücken gewidmet, wie Janequins "Au joli jeu" und "Il est bel et bon" von Passerau. Die zwei Sätze aus dem "Lied ohne Worte" von Mendelssohn-Bartholdy, im Duett vorgetragen von Destine Traute am Violoncello und Christine Uhlir am Klavier, zogen die Zuhörer durch die Dramatik der kraftvollen Crescendi in Bann. Solche instrumentalen Einlagen ergänzten immer wieder die Vokalteile, was zum Gelingen des abwechslungsreichen Abends beitrug.

Ein Stück Hausmusik gaben die Sängerinnen Franziska Mangold, Rita Steiert und der Chorleiter Guido Berg selbst mit Mozarts "Notturni" zum Besten. Die an der Liebeslyrik des 17. und 18. Jahrhunderts orientierten Texte wurden von den gut aufeinander abgestimmten drei Singstimmen beeindruckend vorgetragen. Sichtlich und hörbar ihre wahre Freude hatten "Mixed Voices" bei Rossinis "Toast pour le nouvel an", das Guido Berg, der ironisch und zitierfertig durch den Abend führte, mit den Worten ankündigte: "Rossini macht den Champagner fast hörbar und lässt die Korken knallen". Und tatsächlich sprühten und prickelten die chromatischen Tonfolgen im "Toast pour le nouvel an".

Der zweite Teil des Abends war den Klassikern des Pop und Rock gewidmet und die fetzigen Rhythmen von "I am walking" versetzten das Publikum sogleich in die richtige Stimmung. Der allseits bekannte Beatles-Song "Can´ t buy me love" sowie die Ballade "Bridge over troubled water" und Stevie Wonders unvergessliches "You are the sunshine of my life", nur mit Klavierbegleitung gesungen von Gregor Becher, begeisterten.

Mit dem Abba-Hit "Thank you for the music" gedachten sich "Mixed Voices" vom begeisterten Publikum zu verabschieden, aber der tosende Beifall im vollbesetzten Gemeindehaus forderte sie noch zu zwei weiteren Zugaben auf. Das Ergebnis der achtwöchigen Probephase im Frühjahr und des zweiten Vorbereitungsblocks seit September konnte sich hören lassen. Der Sprecher von "Mixed Voices", Casimir Bumiller, lud noch zum Verweilen und vor allem dazu ein, im nächsten Jahr wieder zu kommen und zu prüfen, ob der Chor bis dahin noch besser geworden sei.

Badische Zeitung 24.11.2005
Badische Zeitung vom Donnerstag, 17. November 2005

Zwei Chöre - ein Musikgenuss
Chorioso und Mixed Voices

Merzhausen. Es war ein gelungenes Wagnis, zwei Chöre im Foyer des Rathauses Merzhausen zu präsentieren. Geplant war das Konzert des Merzhauser Chores Chorioso und den Mixed Voices aus Ehrenkirchen ursprünglich im katholischen Gemeindezentrum, das kurzfristig aber anderweitig belegt war. Doch die Sänger meisterten nicht nur die musikalischen Anforderungen, sondern wussten auch mit den etwas anderen Raumverhältnissen zurechtzukommen.

Die zahlreichen Chorioso-Fans durften sich gleich zu Beginn des Konzertabends aktiv betätigen und die Chormitglieder mit lauten Rufen auf die Bühne bitten. Unter dem Titel „I feel pretty“ hatte Dirigent Guido Berg ein Repertoire zusammengestellt, das beide von ihm geleiteten Chöre im Wechsel präsentierten. Zunächst begann Chorioso mit vier Titeln aus West Side Story: „Tonight“, dem gefühlvollen Lied der zwei Liebenden, gefolgt vom lebhaften „I feel pretty“, gesungen von vier Solistinnen. Auch auf die weiteren Liedinhalte waren die Zuhörer von Chorsprecher Klaus Zimmer, der locker durch den ganzen Abend führte, gut eingestimmt und informiert worden. So erklangen „One hand, one heart“, als die „gespielte“ Hochzeitszeremonie von Maria und Tony, und zum Abschluss der Song „America“, in dem die puertoricanischen Einwanderer-Mädchen im Wechsel die Vorzüge von Amerika und ihrer Heimat Puerto Rico besingen, mit dem nötigen Hintergrundwissen.

Liebeslieder und fleischfressende Pflanzen

Die Sängern von Mixed Voices aus Ehrenkirchen zeigten ihr Können anschließend mit einer Abfolge aus „Little shop of horrors“. Guido Berg erntete einige Lacher, als er mit launigen Worten die Geschichte der fleischfressenden Pflanze mit allerlei Horrordetails schmückte. Im fliegenden Wechsel folgte wieder Chorioso mit zwei wunderschönen Liebesliedern aus „The Phantom of the Opera“: „Think of me“ und „Wishing you were somehow here again“, dem Wunsch, den geliebten Partner noch einmal wiederzusehen.

Mixed Voices schlossen sich mit „Home is a special kind of feeling“, daheim ist es eben doch am schönsten, und „My treasure“ an, bevor beide Chöre erstmals gemeinsam mit dem Titel „California Dreaming“ auftraten. Und das war ein echter Höhepunkt, denn der Klang beider Chöre zusammen war eine wunderbar gelungene Symbiose. Kraftvoll und mit dem Volumen von 75 Sängerinnen und Sängern vorgetragen, begeisterte dieser Titel das Publikum.

Nach der Pause präsentierte Mixed Voices zunächst „Intrada a cappella“, gefolgt von einem feinfühligen gemeinsamen Kanon „Love may be“. „Drink to me only“, und das bekannte „The Lion sleeps tonight“, rhythmisch und dem nötigen Swing von Chorioso, sowie „Night and Day“ und „Tequila Samba“ von Mixed Voices ließ dann auch den letzten Zuhörer mitwippen.

Zum Abschluss bewiesen die beide Chöre nochmals gemeinsam ihre Stärke. Bei dem Titel „Top of the world“ zeigten die Sängerinnen und Sänger, wie viel Spaß ihnen der Chorgesang macht und das Publikum konnte spüren, dass Singen tatsächlich Glücksgefühle freisetzt. Diese hatten sich angesichts der musikalischen Leistung auch bei den Zuhörern eingestellt, die dies durch begeisterten Applaus ausdrückten. Zur guten Atmosphäre des Abends beigetragen hatte auch die junge Pianistin Christine Uhlir mit einer perfekten Begleitung am Flügel sowie in altbewährter Manier Michael Steiert am Schlagzeug. Das Wagnis hat sich also gelohnt.

Info: Chorioso und Mixed Voices präsentieren zusammen mit dem kleinen Kinderchor das Konzert „Musicals and more ...“ noch einmal am kommenden Samstag, 19. November, um 20 Uhr im Gemeindehaus Offnadingen.

Badische Zeitung 19.04.2005
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Badische Zeitung vom Dienstag, 23. November 2004

Etwas "ganz Besonderes"

Französische, englische und deutsche Lieder sang der Chor "Mixed Voices" in Ehrenkirchen

Von Ulrike Derndinger

Mit großem Eifer dabei:
der Projektkinderchor von "Mixed Voices"
FOTO: DERNDINGER

EHRENKIRCHEN-OFFNADINGEN. Ein großer Notenschlüssel zierte das Programmheft für den Konzertabend des Chores "Mixed Voices", und es war in SchwarzWeiß - Kontrasten gehalten. Zum dritten Mal waren die "gemischten Stimmen" zu Gast im Gemeindehaus in Offnadingen und präsentierten passend zum Layout des Heftes gesanglich einige interessante Kontraste unter dem Titel "Moderne Songs und europäische Balladen".

Groß und Klein war zum Beispiel ein Gegensatz. Die Kinder des Projektkinderchors der Mixed Voices waren nämlich als Verstärkung mit von der Partie. Oder der Kontrast der drei Sprachen, in denen an dem Abend gesungen wurde. So bildeten französische und englische Lieder einen Schwerpunkt und wurden pointiert von deutschsprachigen Liedern nach Texten von Ringelnatz. Zum frankophilen Einstieg in den Abend sang der Chor, der von Guido Berg geleitet und am Piano begleitet wurde, das Lied von der "Plaisir d'amour". Es erzählt davon, dass die Freuden der Liebe nur kurz andauern, und die darauf folgenden Leiden dafür ein ganzes Leben lang währen. Auch das Lied "Autumn leaves" handelte von der Liebe. Berichtet wird von einer verflossenen Liebe, die immer dann am schmerzlichsten sei, wenn das Herbstlaub fällt. Wie fallende Blätter tanzten die Stimmen des Chores und hüllten das Publikum sanft in die tragische Ballade ein. Nach einer flüchtigen Liebe, die sich nur auf den "Champs-Elysées" abspielen kann, übergaben die "Mixed Voices" an den Projektkinderchor.

Beeindruckende Premiere des Projektkinderchors

"Wir haben uns was ganz Besonderes ausgedacht", kündigte Guido Berg an. "Erstens singen wir auf Französisch und zweitens singen wir Filmmusik." Sie hatten sich die Musik zum Streifen "Die Kinder des Monsieur Matthieu" ausgesucht und exzellent gesungen. Mit dem Titellied "Vois sur ton chemin" mit Oboenbegleitung von Uli Steurer gelang dem Projektkinderchor eine beeindruckende Premiere in Offnadingen. Auch über den "Cerf Volant", den fliegenden Papierdrachen, der im Film ein Symbol für die Sehnsucht der Kinder nach Weite ist, sangen die Chorkinder - und ließen ihre Papierflieger ins Publikum segeln. Nach dem witzigen impressionistischen Solostück für Oboe "Pièce", gespielt von Uli Steurer, kehrten "Mixed Voices" auf die Bühne zurück. Sie hatten zu erzählen von einer unerwiderten Liebe in "Londonderry Air". Die "Mermaid" handelte davon, dass ein britischer Seemann eine Meerjungfrau heiraten muss.

Den deutschen Akzent des Abends setzte der Ehrenkircher Chor mit Liedern nach Texten von Joachim Ringelnatz. Das Lied "Bumerang" war ein Wortspiel nach typischer Art von Ringelnatz. "Der Bumerang flog ein Stück und kam nicht mehr zurück." Die "Briefmarke" erwies sich als einfältiger Geselle: "Ein männlicher Briefmark erlebte was Schönes bevor er klebte. Er war von einer Prinzessin beleckt, da war die Liebe in ihm erweckt." In den Spirituals "Angels watching over me" und "Rise and shine" sangen die Kleinen gekonnt mit den Großen. Mit zeitgenössischen Stücken wie "Yesterday" von den Beatles und dem Tanz "Continental" schloss der Abend in seiner kontrastreichen Vielfalt.

Dem Chor "Mixed Voices" und dem sensiblen Guido Berg war es köstlich gelungen, niemals Langeweile aufkommen zu lassen.

Badische Zeitung 20.11.2003
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Badische Zeitung 23.05.2003
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Badische Zeitung 11.12.2001
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Badische Zeitung 12.05.2001
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